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Traumatherapie

Warum gerade ich?

Diese Frage stellen sich Opfer von Unfällen, Katastrophen und Gewalterfahrung meist nach Situationen von bisher nie erlebter Bedrohung und (Todes-)Angst – Situationen, die Widerstand und Flucht unmöglich machen. Beispiele für Erlebnisse, die eine Traumatisierung auslösen können sind
  • Vergewaltigung
  • Sexueller Mißbrauch
  • Überfall
  • Geiselnahme
  • Unfälle aller Art (z.B. Autounfall)
  • Naturkatastrophen (z.B. Tsunami)
  • Unglücke wie z.B. Brandkatastrophen
  • Kriegserlebnisse


  • Im gleichen Maße betroffen wie die Primäropfer sind auch Zeugen dieser Situationen.

    Opfer werden …

    Bundesweit wurden allein im Jahr 2004 offiziell 242.989 Menschen Opfer von Gewaltdelikten – diese Zahl spiegelt aber nicht das Dunkelfeld derer, die Opfer von Straftaten wurden, sondern lediglich das sogenannte Hellfeld. Hinzu kommen noch Tausende von Menschen, die Unfall- und Katastrophenopfer wurden. Nur wenige der Betroffenen sprechen über ihren Umgang mit diesen Erlebnissen – sei es aus Scham, Furcht vor der Umweltreaktion oder dem Gefühl, allein damit fertig werden zu müssen. Sie fühlen sich oft allein und einsam – trotz Familie und Freunden.

    Opfer sein …

    geht nicht selten mit dem Gefühl einher, Sicherheit und Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. Gewöhnliche Situationen lösen plötzlich Furcht aus und nichts mehr ist, wie es vor dem einschneidenden Ereignis war. Stattdessen treten Symptome einer traumabezogenen Belastungsstörung auf. Diese Reaktionen gelten in einem Zeitraum bis zu 3 Monaten als „normal“. Über diesen Zeitraum hinaus anhaltende Symptome deuten aber auf das Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung hin.

    Symptome einer Belastungsstörung

    Im Folgenden finden Sie einige typische Aussagen von Personen nach traumatisierenden Erlebnissen:
  • Das Ereignis löste bei mir Hilflosigkeit und Furcht aus
  • Ein Gefühl von Unwirklichkeit stellte sich ein – wie ein Film, der abläuft
  • Seither ist nichts mehr wie es war
  • Ich reagiere schreckhafter auf Dinge, die mir zuvor weniger ausmachten
  • Mich quälen sich ständig wiederholende Erinnerungen, die in Zusammenhang mit dem Erlebten stehen (Bilder, Gerüche, Schmerzen etc.)
  • Ich habe Schlafstörungen
  • Ich meide Situationen und Gedanken, die mit dem Erlebten in Verbindung stehen
  • Ich fühle mich gefangen in Schweigen
  • Ich schäme mich – fühle mich schuldig

  • Weit zurückliegende, frühere extreme Ereignisse können wieder intensiv erinnert werden


  • Das Auftreten von mindestens drei der genannten Symptome legt den Verdacht auf eine bestehende Belastungsstörung nahe. Daneben entwickeln traumatisierte Personen mittel- und langfristig oft chronische Krankheitsbilder im psychosomatischen oder somatischen Bereich, die von ihnen selber nicht mehr in direktem Zusammenhang mit dem Trauma gesehen werden. Oft ist auch die Entwicklung von Ehe- und Partnerproblemen zu beobachten.

    Ich bin Opfer und bemerke, dass etwas mit mir passiert - Was kann ich tun?

    Es ist möglich, mittels frühzeitiger Diagnostik und Beratung nach einem extremen Erlebnis, das Risiko der Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung abzuschätzen sowie gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.
    Eine Traumatherapie ist anzuraten, wenn die Symptome nach 3 Monaten nicht abklingen. Ziel der Traumatherapie ist es, das Erlebte in das bisherige Leben dergestalt zu integrieren, dass das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle über das eigene Leben und seiner Umgebung wiederhergestellt wird. Kurzum: Ein Wiederherstellen von Lebensqualität. Außerdem gilt es, sich auch somatisch auswirkenden Folgen einer Chronifizierung vorzubeugen.

    Sekundäre Traumatisierung von Angehörigen und Helfern

    Neben den Opfern kämpfen oft auch deren Angehörige, Partner und Personen, die von berufswegen mit Extremerlebnissen konfrontiert sind (Ärzte, Pflegepersonal, Sanitäter, Polizisten, Juristen), mit der Entwicklung traumabezogener Symptome bei sich selbst. Auch für diesen Personenkreis gilt ein hohes Erkrankungsrisiko.

    Unser Angebot an Dienstleistungen umfasst:

  • Diagnostik auf das mögliche Vorliegen einer Belastungsstörung sowie Gefährdungsanalyse hinsichtlich der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
  • Beratung von Opfern, Angehörigen und Partnern
  • Traumatherapie
  • Fortbildung im Bereich Psychotraumatologie für Angehörige einschlägiger Berufsgruppen wie z.B. Ärzte, Krankenpflegepersonal, Polizisten, Sozialarbeiter oder Juristen.
  • Forensische Begutachtung zur Frage des möglichen Vorliegens einer Traumatisierung (z.B. im Strafverfahren oder Asylverfahren)
  • Krisenmanagement nach Überfällen in Unternehmen und Organisationen; Mitarbeiterbetreuung und Unterstützung der Führungsebene
  • Zeugenbetreuung im Strafverfahren sowie Begleitung zur Gerichtsverhandlung
  • Beratung im Umgang mit Medien und deren Berichterstattung


  • Kontakt: Dr. Ursula Gasch per Telefon: 07071 / 25 55 09
    und E-Mail: mail@dr-gasch.de




       Aktuelle Kursangebote
    Kurse werden demnächst neu terminiert.

       Veröffentlichungen
    Traumaspezifische Fragestellungen im forensischen Kontext. In: Handbuch der Psychotraumatologie Hrsg.: G.Seidler, H.Freyberger, A.Maercker.



    Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche - Aktuelle Befunde in: "Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder.", Heft 02/2010, S. 94-104.

    Verhandlungsgegenstand Mensch: Das Phänomen Entführung aus integrativ kriminalpsychologischer Sicht in: "Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder.", Heft 03/2008, S. 192-202.


       Vorlesungsmaterialien
    Materialien zu der Lehrveranstaltung "Notfallpsychologie" an der Universität Heidelberg im WS 2010/2011

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